Meine Kommissare

Hugo Lobeck: Hamburg

Rabenväter

Rabenväter

Hugo Lobeck bietet eine Mordserie, die Hamburg erschüttert. Dazu ratlose Ermittler und ebenso ratlose Leser.
Dieses Buch ist eine Empfehlung guter Freunde, die meine Begeisterung für Krimis, speziell Regionalkrimis, kennen und auch teilen. Also las ich Rabenväter von Hugo Lobeck.
„Hugo Lobeck, Jahrgang 1952, geboren in Duisburg, seit 1971 in Altona, seit 1985 Zweitwohnsitz in Lanze (Wendland), Studium Philosophie, Germanistik, Besuch einer freien Kunstschule. Viele Jahre für verschiedene Presseverlage tätig. Seit 2009 freier Künstler und Autor. Teilnahme an der "kulturellen Landpartie" (KLP) seit 2000, an der Kunst-altonale seit 2005. Regelmäßige Ausstellungen in Norddeutschland, dabei besonders hervorzuheben: 2012 Rathaus Altona“. So steht es auf seiner Website www.hugo-lobeck.de.
Da wird die Verbundenheit zu Hamburg und dem Hamburger Westen ganz deutlich, obwohl der Autor das Buch nicht als Hamburg-Krimi im engeren Sinne verstanden wissen möchte.
Lieber Herr Lobeck, seien Sie nicht so bescheiden, das ist! ein Hamburg-Krimi und gerade im Raum Altona, der ja die „vornehmen“ Elbvororte umfasst, beweisen Sie sehr gute Ortskenntnis. Bescheidenheit zeigen Sie auch an anderer Stelle. Das betrifft die Wahl des Themas. Über viele Seiten lassen Sie Hauptkommissar Olaf Hennings, seine junge Kollegin Helena Zielinski und den Leser im Ungewissen, ehe Sie einen Hinweis auf das mögliche Motiv liefern: donogene insemination lautet der allumfassende Begriff. Mit Künstlicher Befruchtung kann der Leser schon mehr anfangen.
Und was hat Künstliche Befruchtung mit einem Krimi zu tun?
Viel, sehr viel!
Mit gerade einmal zweihundertdreißig Seiten ist Rabenväter ein eher schmaler Band. Und doch reicht diese Seitenzahl, um dem Krimileser eine spannende Geschichte, ein völlig neues (Krimi)Thema und einiges zu Hamburg zu bieten. Hugo Lobeck hat zu einem hochsensiblen Thema zwei „passende“ Ermittler geschaffen: Den kurz vor der Pensionierung stehenden Olaf Hennings und Helena Zielinski, genannt „die schöne Helena“.
Behutsam gehen die beiden vor. Fassungslos darüber, dass nichts, aber auch gar nichts auf ein Motiv hinweist. Und dann beginnen die Ermittler sich mit der Vergangenheit der Opfer zu beschäftigen. Welches sind die Gemeinsamkeiten, wo gibt es Verbindungen?
Da ist klassische Ermittlerarbeit angesagt. 
Lob und Anerkennung verdient auch die Erzählweise des Autors: Morde aus Opfer und aus Täter-Sicht. Das bringt zusätzliche Kühle in die Erzählung und bindet den Leser noch mehr in die Handlung ein.
In einer Zeit, in der mehr „Party“ als „Nachdenken“ angesagt ist, in der unbequemen Themen gern ausgewichen wird, verpackt Hugo Lobeck ein solches Thema in einen guten Krimi.
Ich wünsche ihm viele Leser.

Das Buch erscheint im Lupus-Verlag, ISBN 9-783981-4-75548. Sie können es über den Buchhandel beziehen oder (portofrei) beim Autor bestellen (www.hugo-lobeck.de).

 

Russenbraut

Russenbraut

Russenbraut ist Freddie Nietschs fünfter Fall und mein erster, den ich mit dem Ermittler Freddie Nietsch lese. Dies ist ein Detektivroman. Keiner, wie ihn etwa Raymond Chandler schrieb, mit dem archetypischen „hardboiled detective“, sondern sehr viel gemäßigter und für den heutigen Leser nachvollziehbarer und verständlicher.
Die Idee, einen Privatdetektiv als Protagonisten zu wählen gefällt mir, weil er mehr Ermittlungsspielraum hat, man kann auch sagen: weil er „mehr darf“.
Doch Hugo Lobeck hat Freddie Nietsch an der langen Leine. Hier wird spannend aber „kontrolliert“ ermittelt. Ich rechne dem Autor auch hoch an, dass er eine Figur ohne befremdlich wirkende Eigenschaften gewählt hat. Freddie Nietsch betreibt ein Detektivbüro in Ottensen (ein höchst lebendiger Teil von Hamburg-Altona), der sich zunehmender Beliebtheit bei all denen erfreut, die Menschen lieben und das Leben genießen können. Bunt, lebhaft und erlebenswert. Genau das richtige private Umfeld für einen Privatdetektiv.
Detektive, die auf eigene Faust und somit auf eigenes Risiko arbeiten, sind erfahrungsgemäß nicht auf Rosen gebettet, es gibt viele Beispiele. Nicht so Freddie Nietsch, ihn hat der Autor mit einer Vita ausgestattet, die den Protagonisten in die Lage versetzt, nicht jeden Auftrag annehmen zu müssen. Seine Erfolge muss der Detektiv allerdings teilen. Mit Lieselotte Molders, kurz „Limo“ genannt.
Freddie Nietsch, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt, stellt Limo so vor: „Ihr lila und grün gefärbtes Haar war zu einer borstigen Punkfrisur aufgestylt, sie trug Piercings an allen möglichen und unmöglichen Stellen , Ringe im Nasenflügel und in der Unterlippe, ein halbes Dutzend Ohrringe , einen Brilli im Bauchnabel, usw. Kurzum, sie war nicht die Art von Erscheinung, die im Anwaltsbüro, am Empfang oder am Bankschalter saß.“
Als besonders hilfreich erweist sich diese Eigenschaft: “Insbesondere bei der Internetrecherche war sie unschlagbar. Sie schaffte es, sich in kürzester Zeit in jedes Netzwerk zu hacken…“
Die Handlung beginnt mit überschaubaren Abläufen. Der Detektiv übernimmt einen Auftrag, dem er nur halbherzig nachgeht, weil er Klischees bedient, die eigentlich nicht seine Sache sind. Diese Halbherzigkeit hat allerdings Folgen und Freddie Nietsch muss sich anstrengen. Er arbeitet nach einem Mord, an dem er sich mitschuldig fühlt, eng mit seinem Freund Ariano Clepper, Hauptkommissar bei der Mordkommission, zusammen. Sie sind ein eingespieltes Team, auch hier weicht der Autor in wohltuender Weise von er üblichen Vorstellung ab, dass private Ermittler und Polizei beinah zwangsläufig ein gestörtes Verhältnis haben müssen.
Ein richtiger Privatdetektiv ermittelt auf der Straße. Er geht Spuren nach und stößt auf Hindernisse. Das ist zwar schmerzhaft, bleibt aber nicht aus. Da Freddie Nietsch nicht zu den ganz Vorsichtigen gehört, riskiert und erlebt er auch Zusammenstöße der schmerzhaften Art. Freude beim Lesen verspreche ich nicht nur Freunden von Detektivgeschichten, sondern auch Hamburgern, denn der Autor lässt es sich nicht nehmen, „seine“ Stadt mit in die Handlung einzubeziehen.
Russenbraut erschien im März 2016 im Lupus Verlag. Unter der ISBN ist das Buch im Buchhandel, bei Amazon oder (portofrei) beim Lupus Verlag, Schnellstraße 22, 22765 Hamburg zu bestellen.

Hebamme

Hebamme

Hebamme klingt niedlich. Ist es aber nicht. Eigentlich weiß man es als regelmäßiger Leser Hugo Lobecks Krimis, die eigentlich „Freddie Nietsch-Reihe heißen müsste. Denn Freddie Nietsch, stets nur Freddie genannt, ist als Inhaber der Detektei Quaestoria seit nunmehr sechs Bänden der Protagonist dieser Reihe.
Freddie muss man „kennen“. Er betreibt ein Detektivbüro in Ottensen (ein höchst lebendiger Teil von Hamburg -Altona). Bunt, lebhaft und erlebenswert. Genau das richtige berufliche und private Umfeld für einen Detektiv.
Freddie bevorzugt generell den geraden direkten Weg. Keine Umwege, egal ob er zu einer Person fährt, um sie zu befragen (grundsätzlich ohne sich vorher anzumelden) oder während einer direkten Befragung. Und diese „Technik“ führt, wie der Leser oft genug verfolgen kann, zu erstaunlichen Ergebnissen.
Detektive, die auf eigene Faust und somit auf eigenes Risiko arbeiten, sind erfahrungsgemäß nicht auf Rosen gebettet, es gibt viele Beispiele. Nicht so Freddie Nietsch, ihn hat der Autor mit einer Vita ausgestattet, die ihn in die Lage versetzt, nicht jeden Auftrag annehmen zu müssen. Seine Erfolge muss der Detektiv allerdings teilen. Mit Lieselotte Molders, kurz „Limo“ genannt.
Freddie, der auch diese Geschichte in der Ich-Form erzählt, stellt Limo so vor: „Ihr Schädel war seit Neuestem zu einem Drittel kahl rasiert, und das Resthaar leichtete in drei Farben – lila, grün und blau. In der kalten Jahreszeit trug sie mit Vorliebe einen kurzen schwarzen Rock über einer grauen warmen Wollstrumpfhose, Knobelbecher und einen Pullover, den angeblich ihre Oma gestrickt hatte." Limo ist unfassbar tüchtig, wird aber aufgrund ihrer exaltierten Erscheinung leicht unterschätzt. Schon mehrfach hatte sie unter Beweis gestellt, dass sie als Hackerin unschlagbar war. Kein Passwort war vor ihr sicher.
Worum geht es in Hebamme?
Freddie wird von seiner Jugendfreundin Kim Wozniak um Hilfe gebeten. Nach fünfzehn Jahre hört er erstmals wieder von ihr – auf seinem Anrufbeantworter. Er erreicht sie nicht, fährt zu ihr hin und findet eine Tote. Die äußeren Anzeichen lassen keinen Zweifel an einem gewaltsamen Tod zu.
Warum wurde Kim ermordet?
Die Befragungen beginnen in einer vornehmen privaten Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, führen Freddie auch nach Eppendorf (nicht minder vornehm) und ebenso in schicke private Haushalte.
Auch eine keltische Sekte und ein ehemaliger Kiezkönig rücken in den größer werdenden Kreis der Verdächtigten auf. Fragen und Antworten geben nur noch mehr Rätsel auf.
Irgendwann hört der gemütliche Teil der Ermittlungen auf. Freddie bekommt zu hören und zu fühlen, dass manche Fragen manche Leute stören. Sogar sehr stören.
Wo liegt die Lösung?
Es sind frauliche Instinkte, die Freddie weiterhelfen und ihm mächtig Beine machen. Es wird lebhaft im Buch – und grausam.
Hugo Lobeck hat sich als Tatort-Umfeld die Hamburger Elbvororte ausgesucht. Also die Region zwischen Altona im Osten und Wedel im Westen. Hier kennen er und sein Protagonist sich aus.
Der Autor wagt sich in seinen Büchern stets an Themen, die, sagen wir mal, unbequem sind und die man sich in der Realität nicht vorstellen kann oder möchte. So auch in Hebamme.
Das Buch erschien 2017 im Lupus Verlag. Unter der ISBN 978-3-981475562 ist das Buch im Buchhandel oder (portofrei) beim Lupus Verlag, Schnellstraße 22, 22765 Hamburg zu bestellen. Mehr über Hugo Lobeck erfahren Sie auf seiner Website www.hugo-lobeck.de.

 

 

 

 

 

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