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Wolf S. Dietrich: Niedersachsen

Wolf S. Dietrich - Friesisches Gold

Wolf S. Dietrich - Friesisches Gold

Ein Blick in die Vita des Autors genügt, um festzustellen: Wolf S. Dietrich weiß, wovon er schreibt. Das wird beim Lesen von Friesisches Gold deutlich. Auf 441 Seiten einen weiten Bogen schlagen und zugleich den Leser fesseln können, dazu gehört schon etwas. So, das war wichtig.
Die Polizeidienststelle in der Knyphausenstraße 7 auf Norderney (die Anschrift stimmt) erhält während der Sommermonate Verstärkung in Person von Kriminalhauptkommissar Jan Eilers und Kriminaloberkommissar Gerit Jensen. Ihre Aufgabe ist es, für Ordnung und Ruhe auf der Insel zu sorgen – mit besonderen Vorkommnissen ist nicht zu rechnen. Schließlich kommen die Touristen nur hierher, um sich zu erholen und schön braun zu werden. Störungen, die Touristen in Unruhe versetzen würden, kann der Bürgermeister überhaupt nicht gebrauchen. Deshalb ruft das plötzliche Verschwinden des bekannten Apothekers Frank Lüders bei ihm zunächst nur ein Stirnrunzeln hervor. „Es muss sich um einen Unfall handeln. Frank ist topfit und ein guter Schwimmer.“ Diese Feststellungen des Bürgermeisters werden von den beiden Kommissaren fast als Dienstanweisung empfunden. Auf jeden Fall aber ist Diskretion angesagt.
Der Fund des toten Apothekers lässt allerdings keinen Zweifel an einem gewaltsamen Ende aufkommen. Die Kommissare Eilers und Jensen sind mit der Aufklärung des Mordes überfordert, der Bürgermeister lässt seine Beziehungen spielen und als Ergebnis seiner Bemühungen erscheint Rieke Bernstein, „die schöne Hauptkommissarin vom Landeskriminalamt“. Sie verstärkt das Inselteam fachkundig und kompetent, sorgt für Ruhe bei den Ermittlungen und für Unruhe im Kopf des jungen Gerit Jensen.
Mit der Suche nach dem Täter des Frank Lüders beginnt zugleich das Graben und Suchen nach Spuren und möglichen Gründen in der Vergangenheit zweier Familien auf Norderney.
Jetzt beginnt pures Abenteuer.
Der Leser trifft zuerst 1803 auf Johann Barghus in Amsterdam. Mit ihm beginnt eine jahrhundertealte Fehde zwischen der Familie des toten Apothekers und einer Hoteldynastie. Lieber Leser, das ist Familiensage vom Feinsten. Ein Schatz, schöne Frauen, Neid, Intrige und Habgier sind der Bodensatz für das Krimi-Abenteuer-Buch Friesisches Gold. Ja, Krimi-Freunde kommen voll auf ihre Kosten. Es wird ermittelt, befragt und verhört. Wolf S. Dietrich kümmert sich mit viel Detailfreude um seine Akteure, und das sind eine ganze Menge. Mit der überlegt agierenden Protagonistin hat er weniger eine Heldin als eine glaubhaft handelnde Leiterin eines Teams geschaffen.
Wer sollte das Buch lesen?
Natürlich alle Freunde der Insel, auf jeden Fall Krimileser mit „Abenteuer-Lust“ und dann noch diejenigen, die bislang dem Krimi-Lesen (noch) nichts abgewinnen konnten und einen "ersten Einstieg" suchen.
Friesisches Gold erschien im Mai 2017 und, wie der erste Band Friesische Rache um die Kommissarin Rieke Bernstein, bei Bastei Lübbe.
Und natürlich darf der Blick in die Vita des Autors nicht fehlen: „Wolf S. Dietrich studierte Germanistik und Theologie und war als Lehrer tätig. Weitere berufliche Stationen bildeten die eines Wissenschaftlichen Mitarbeiters an der Universität Göttingen und die des Didaktischen Leiters einer Gesamtschule. Heute lebt und arbeitet er als freier Autor in Göttingen und an der Nordsee. Wolf S. Dietrich ist Mitglied im Syndikat, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur.“ Sie sollten außerdem seine Website www.nordsee-krimi.de besuchen.

 

 

 

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